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N03/70 Kerenzerbergtunnel

Aktuell

Sicherheitsstollen Kerenzerbergtunnel: Montage der Tunnelbohrmaschine

7. April 2021

Die Arbeiten für den Bau des neuen Sicherheitsstollens am Kerenzerbergtunnel verlaufen planmässig. Nach Abschluss der umfangreichen Vorarbeiten konnte Ende März auf Seite Gäsi die Tunnelbohrmaschine in die Startröhre eingeschoben werden. Bis sie ihre Arbeit im Sommer aufnehmen kann, wird nun die Nachlaufkonstruktion und die Materiallogistik erstellt. 

Mitte vergangenen Jahres begannen die bergmännischen Arbeiten für den Bau des neuen Sicherheitsstollens. Auf Seite Tiefenwinkel wurde zuerst das lose Hangmaterial abgetragen, bevor mit den Sicherungsarbeiten für den Voreinschnitt begonnen werden konnte. Anschliessend wurden die ersten Stollenmeter mechanisch mit Baggern ausgebrochen. Nachdem die Arbeiten erwartungsgemäss auf kompakten Fels stiessen, wurde der Vortrieb für die weitere Stollenstrecke im Sprengverfahren ausgeführt. 

Nach nur wenigen Monaten steht dieser Vortrieb heute bei rund 250 Metern, und damit an der Stelle, wo im späteren Projektverlauf die Tunnelbohrmaschine (TBM) zerlegt werden soll. Sie wird bis dahin eine Strecke von rund fünf Kilometern zurückgelegt haben. Da die Platzverhältnisse im Portalbereich in Tiefenwinkel zu beengt sind, um die TBM dort zu demontieren, muss dies im Berg geschehen. Hierzu wird derzeit ein Abschnitt der ausgebrochenen Strecke zu einem grösseren Querschnitt – einer sogenannten Längskaverne – aufgeweitet. Nachdem die Demontage der TBM abgeschlossen sein wird, kann dieser Hohlraum im weiteren Verlauf des Projektes zur Lüftungszentrale Tiefenwinkel ausgebaut werden. 

Auch auf Seite Gäsi wurde ein Voreinschnitt erstellt, womit die Basis für den Portalbereich und den Stollenvortrieb geschaffen wurde. Die ersten 250 Meter des «Hauptangriffes» wurden auch hier im Sprengvortrieb bereits ausgebrochen. Diese Strecke dient als Startröhre, in welche zuerst die TBM eingeschoben wird, um sie anschliessend mit der Nachlaufkonstruktion sowie der Logistik zu ergänzen.

Zusammengebaut werden die Bestandteile der TBM im Portalbereich, wo nur wenig Platz zur Verfügung steht und der ursprüngliche Zugang für Material- und Personalbewegungen aufgrund der Gegebenheiten stark eingeschränkt war. Um die gesamte Logistik rund um den Bau des Sicherheitsstollens erheblich zu vereinfachen, wurde eine temporäre Lösung erstellt: Eine im vergangenen Herbst eingehobene Hilfsbrücke verbindet während der Bauarbeiten den Installationsplatz auf der einen, mit dem Portalbereich auf der anderen Seite des Escherkanals. Personal, Gerät und Material können so ohne Umwege oder Beeinträchtigungen der jeweiligen Arbeiten bewegt werden.

Die Tunnelbohrmaschine: Schweres Gerät für grosses Vorhaben

Der grösste Teil der insgesamt rund 5.5 Kilometer langen Strecke für den Sicherheits-stollen wird mit der Tunnelbohrmaschine ausgebrochen. Mit einem Bohrkopf-Durchmesser von 7.1 Metern und einer Gesamtlänge von 220 Metern inklusive Nachlaufkonstruktion wird sie für diese Arbeit rund 16 Monate benötigen und mit dem Tübbingring den Rohbau der Röhre für den Sicherheitsstollen schaffen. Im Unterschied zur konventionellen Ausbruchsmethode durch Baggern oder Sprengungen, welche etappenweise vollzogen werden, bricht die TBM das Felsmaterial kontinuierlich aus. Dabei wird es direkt über ein Förderbandsystem aus dem Tunnel auf den Zwischenlagerplatz transportiert.

Aufgrund ihrer beachtlichen Ausmasse und ihres Gewichts musste die TBM in Einzelteilen angeliefert werden. Seit Ende Januar 2021 wurde sie Stück für Stück vor Ort zusammengebaut und Ende März auf Schienen in den Berg eingefahren. Bevor sie im Sommer 2021 die Vortriebsarbeiten aufnehmen kann, wird die dazugehörige Nachlaufkonstruktion ergänzt. Sie enthält unterschiedliche Elemente, über welche vor allem ausgebrochenes Material zu den Förderbändern bewegt wird – und die Tübbingringe zum Einbauort an der Tunnelbohrmaschine gelangen.

Temporärer Spurabbau wegen Querung in der Tunnelmitte

Aktuell verfügt der Kerenzerbergtunnel über nur einen Fluchtweg, der von der Mitte des Kerenzerbergtunnels zu einem Ausgang im Gebiet Hofwald führt. Die quer vom Kerenzerbergtunnel wegführende Fluchtmöglichkeit wird im Verlauf des Vortriebes durch die Tunnelbohrmaschine gekreuzt – und bliebe ohne Überbrückungsmassnahme während der Bauarbeiten im Ereignisfall blockiert.

Um diese wichtige Sicherheitsfunktion aufrecht erhalten zu können, wird beim Schnittpunkt von Fluchtweg und TBM eine Personenunterführung erstellt. Die damit verbundenen Bauarbeiten erfordern aus logistischen und sicherheitstechnischen Gründen eine uneingeschränkte Zugänglichkeit. Da der einzige Erschliessungsweg zur Baustelle über den Fahrraum des Strassentunnels führt, ist im Zeitraum der besagten Arbeiten ein temporärer Spurabbau notwendig. Die Überholspur wird deshalb vom 11. April bis voraussichtlich Mitte Oktober 2021 jeweils von Sonntagabend, 20.00 Uhr, bis Freitagmorgen, 08.00 Uhr, bis zur Tunnelmitte gesperrt. An den Wochenenden ist der Kerenzerbergtunnel uneingeschränkt befahrbar.

Kontakt / Rückfragen: Bundesamt für Strassen ASTRA, Infrastrukturfiliale Winterthur, Tel. 058 480 47 11,