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N03/70 Kerenzerbergtunnel

Sicherheitsstollen

Ausser dem Lüftungsstollen in der Tunnelmitte existieren im Kerenzerbergtunnel aktuell keine weiteren Notausgänge. Der geplante Sicherheitsstollen entspricht den neusten Richtlinien und erhöht die Sicherheit im Tunnel deutlich. Dafür sorgen insbesondere die zahlreichen Querverbindungen und das zeitgemässe Lüftungssystem.

Querverbindungen

Querverbindungen als Fluchtstollen im Kerenzerbergtunnel
Querverbindungen bieten ausreichen Fluchtwege in den Sicherheitsstollen.

Der neue Sicherheitsstollen zwischen Gäsi (Westportal) und Tiefenwinkel (Ostportal) weist eine Länge von 5,5 Kilometern auf und kommt seeseitig – das heisst zwischen der Bahnlinie und dem bestehenden Autobahntunnel – zu liegen. Alle 300 Meter ist eine Querverbindung zum bestehenden Tunnel vorgesehen.

Abluftstollen

Abluftstollen sorgen bei einem Brand für einen optimalen Luftaustausch im Kerenzerbergtunnel.
Zahlreiche Abluftstollen sorgen bei einem Brand für einen optimalen Luftaustausch.

Im oberen Teil des Sicherheitsstollens wird ein separater Abluftkanal gebaut, der alle 100 Meter durch Abluftstollen mit dem Tunnel verbunden ist. Bei einem Brand im Tunnel werden die heissen Rauchgase durch die Abluftstollen in den Lüftungskanal abgesaugt. Je nach Ort des Brandes werden die Rauchgase entweder beim Portal Gäsi oder in Hochschleipfen ins Freie geleitet. Die Lüftung wird über zwei neu erstellte Lüftungszentralen gesteuert. Während in Gäsi die Lüftungszentrale oberirdisch beim Portal zu liegen kommt, befindet sich die Lüftungszentrale in Tiefenwinkel rund 200 Meter im Berg; die Rauchgase werden über einen 150 Meter tiefen Schacht ausgestossen.

Bauablauf

In einem ersten Schritt werden die Installationsplätze eingerichtet. Dafür wird auf der Seite Gäsi unter anderem eine temporäre Hilfsbrücke über den Escherkanal gebaut, welche die Zufahrt zum Tunnelportal ermöglicht. Anschliessend erfolgen die Vortriebsarbeiten für den Sicherheitsstollen: Die ersten rund 180 Meter des Sicherheitsstollens auf der Seite Gäsi werden sprengtechnisch aus dem Fels gebrochen. Der grösste Teil des neuen Sicherheitsstollens wird voraussichtlich ab Mitte 2020 von dieser Startröhre mit einer Tunnelbohrmaschine (TBM) herausgebrochen.

Auf der Seite Tiefenwinkel starten die Arbeiten für den Sicherheitsstollen ebenfalls 2020: Auch dort werden zuerst Installationsplätze eingerichtet und anschliessend der Sicherheitsstollen vorgetrieben. Anschliessend wird die Lüftungszentrale ausgebrochen. Ein kleiner Teil des Sicherheitsstollens wird dabei durch Sprengungen ausgebrochen. Grund für die Wahl des konventionellen Vortriebs (Sprengung) ist die besondere Geologie des Gebiets.

Geologie

Beim Tunnelbau müssen die geologischen Verhältnisse berücksichtigt werden. Karsthöhlen beispielsweise sind ein Risiko für den Tunnelbauer. Oft enthalten sie Wasser, Lehm oder Geröll, die den Tunnelvortrieb beeinträchtigen können. Bereits beim Bau des Kerenzerbergtunnels 1986 haben die Tunnelbauer im Bereich des Portals Gäsi das weitläufige Karsthöhlensystem der Gäsihöhle tangiert. Im Jahr 2015 wurde deshalb das Karstrisiko entlang der Lage des neuen Sicherheitsstollens mit Sondierbohrungen erkundet: Wiederum ist man auf einen mit Lehm gefüllten Karsthohlraum gestossen. Dies wurde bei der Planung des Vortriebs entsprechend berücksichtigt.

Karsthöhlen im Kerenzerbergtunnel
Sondierbohrungen im Kerenzerbergtunnel lassen erkennen, wo es Karstvorkommen entlang des Sicherheitsstollens gibt. COPYRIGHT: ASTRA

Rodungs- und Aufforstungsarbeiten

Für die Installationsplätze und Bauzufahrten sind temporäre Rodungen erforderlich. Ihr Gesamtumfang beträgt im Gebiet Gäsi rund 15‘000 Quadratmeter, im Gebiet Tiefenwinkel annähernd 2’000 Quadratmeter. Diese Flächen kompensiert das ASTRA mit Massnahmen für den Natur- und Landschaftsschutz. Nach Bauabschluss werden die gerodeten Flächen wieder aufgeforstet.